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Mengen planen: Wie viel du für zwölf Gäste wirklich brauchst

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Mengen planen: Wie viel du für zwölf Gäste wirklich brauchst

Es gibt einen Moment auf jeder Einladung, der sich zuverlässig wiederholt: Gegen halb elf sind die Limetten alle. Oder das Eis. Oder beides. Und dann steht jemand im Mantel an der Tankstelle und kauft Tiefkühlware zum dreifachen Preis.

Das Problem ist selten mangelnde Vorbereitung. Es ist fehlende Rechnung. Die meisten Gastgeber planen Flaschen – und übersehen, dass ein Cocktail aus vier weiteren Dingen besteht, die alle gleichzeitig ausgehen können.

Deshalb hier einmal die komplette Rechnung, an einem konkreten Beispiel: zwölf Gäste, vier Stunden.

Schritt 1: Wie viele Drinks überhaupt?

Die in der Gastronomie gängige Planungsregel lautet: zwei Getränke in der ersten Stunde, danach eines pro Stunde und Person. Für unser Beispiel wären das fünf Drinks pro Person – also 60 insgesamt.

Diese Zahl ist eine Obergrenze für die Planung, keine Prognose. In der Praxis liegt der Verbrauch fast immer darunter, weil Leute reden, essen und Pausen machen. Realistischer sind etwa vier Getränke pro Person, also rund 48 Drinks.

Und ein Posten, der oft vergessen wird: Ein relevanter Teil davon ist alkoholfrei. Rechne mit etwa einem Drittel – wer fährt, wer pausiert, wer grundsätzlich nichts trinkt. Für unser Beispiel also grob:

34 alkoholische Drinks
14 alkoholfreie

Alle folgenden Zahlen sind Erfahrungswerte aus der Praxis, keine Messdaten. Sie funktionieren als Ausgangspunkt – deine Gäste können anders sein.

Schritt 2: Die Flaschen

Ein Cocktail enthält typischerweise 50 ml Basisspirituose. 34 Drinks ergeben also rund 1,7 Liter.

Eine 0,7-Liter-Flasche liefert vierzehn Drinks. Für 34 brauchst du also zweieinhalb Flaschen – in der Praxis drei, weil man Reste nicht auf den Milliliter ausrechnen kann und weil am Ende immer jemand doch noch einen will.

Wichtig: Das gilt pro Spirituose. Wenn du Gin und Rum anbietest, verteilt sich der Verbrauch, aber du brauchst von beiden genug. Deshalb die wichtigste Empfehlung dieses Artikels:

Biete zwei Drinks an, keine offene Karte. Zwei gut gewählte Cocktails – einer spirituosenlastig, einer frisch – decken fast jeden Geschmack ab, halbieren deinen Einkauf und machen die Planung überhaupt erst berechenbar. Eine offene Bar für zwölf Personen bedeutet zwölf angebrochene Flaschen und ein unkalkulierbares Chaos.

Schritt 3: Zitrus, Sirup, Filler

Nehmen wir an, die Hälfte der alkoholischen Drinks sind Sours mit je 25 ml Zitronensaft. Das sind rund 425 ml Saft.

Eine Zitrone liefert grob 30 bis 45 ml. Du brauchst also etwa zwölf bis vierzehn Zitronen – deutlich mehr, als die meisten Leute kaufen. Kauf lieber zu viele; was übrig bleibt, wandert als Schale in den Ölzucker, siehe Zitrus-Guide.

Sirup: etwa 20 ml pro Sour, also rund 350 ml. Eine kleine Flasche selbst angesetzter Sirup reicht knapp – setz lieber die doppelte Menge an.

Filler: Longdrinks brauchen 150 bis 200 ml pro Glas. Bei zwanzig Longdrinks sind das drei bis vier Liter Tonic oder Soda. Und der entscheidende Hinweis: kleine Flaschen kaufen, sonst gießt du schale Reste weg. Warum, steht im Filler-Guide.

Schritt 4: Eis – der unterschätzte Posten

Hier verrechnen sich fast alle, weil Eis nicht nur im Drink landet.

Es wird gebraucht für: das Kühlen im Shaker oder Rührglas, das Eis im Glas, das Kühlen der Flaschen und Filler – und ein Teil schmilzt ungenutzt weg, weil es herumsteht.

Als Faustregel gilt etwa ein Kilogramm pro Person. Für zwölf Gäste also rund zwölf Kilo. Das klingt absurd viel, bis man es einmal nachgemessen hat.

Dein Gefrierfach schafft diese Menge nicht. Zwei Möglichkeiten: Eis im Supermarkt oder Getränkemarkt kaufen und in einer Kühlbox mit Deckel lagern – oder tagelang vorproduzieren und luftdicht verpacken, weil Eis Gerüche annimmt. Für die guten Würfel im Glas lohnt sich trotzdem selbst gemachtes, siehe Eis-Guide.

Schritt 5: Gläser

Rechne mit zwei Gläsern pro Person. Nicht weil jeder zwei gleichzeitig trinkt, sondern weil Gläser stehen bleiben, verwechselt werden und zwischendurch gespült werden müssen.

Für zwölf Gäste sind das 24 Gläser – realistisch gesehen mehr, als die meisten Haushalte besitzen. Ein einheitlicher Glastyp für alles ist an dieser Stelle besser als eine stilechte Sammlung in fünf Formen.

Die Beispielrechnung auf einen Blick

Für zwölf Gäste, vier Stunden, zwei angebotene Drinks:

  • rund 48 Getränke, davon etwa ein Drittel alkoholfrei
  • 3 Flaschen Spirituose
  • 12 bis 14 Zitronen oder Limetten
  • rund 0,5 l Sirup
  • 3 bis 4 l Filler
  • 12 kg Eis
  • 24 Gläser

Der letzte Schritt: vorher mixen

Alles bisher Gesagte betrifft den Einkauf. Der zweite Teil der Planung betrifft den Abend selbst – und da gilt: Was vorgemischt werden kann, wird vorgemischt.

Ein spirituosenlastiger Drink lässt sich vollständig in Flaschen vorbereiten, siehe Batching-Guide. Ein Punsch löst dasselbe Problem in der Bowle, siehe Punsch-Guide.

Denn die Rechnung oben nützt wenig, wenn du den Abend an der Spüle verbringst.

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