Pegu Club
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Klassiker

Pegu Club

Pegu Club Nach mehreren Datenbank-Zufallsfunden wieder ein voll dokumentierter Klassiker – und einer der…

fruchtigsauersüßstarkkräftigbitter
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Dauer2 Min.
NiveauEinfach
GlasCoupe
Alkohol~22%
Portionen:
1 Glas
Einheit:

Zutatenliste

berechnet für 1 Glas
Gin
Pro ChoiceTanqueray No. Ten
5 cl
Angostura Bitters
Pro ChoiceAngostura Aromatic Bitters
1 dh

Benötigtes Bar-Equipment

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Zubereitungsschritte

Methode: Geschüttelt (Shaken)
1

Schütteln, abseihen, auffüllen, Cocktailglas.

Bar-Tipps

Profi-Tipp vom Barkeeper

"Spare niemals am Eis — mehr Eis bedeutet weniger Schmelzwasser und ein länger kaltes Getränk."

Häufiger Fehler

Zu kurz oder zu zaghaft schütteln. Der Drink ist dann weder ausreichend gekühlt noch richtig verdünnt und schmeckt scharf.

Geschmacksprofil & Sensorik

Fruchtig5/5
Sauer / Frisch5/5
Süßlich5/5
Bitter / Herb5/5
Kräftig / Boozy4/5

Pegu Club

Nach mehreren Datenbank-Zufallsfunden wieder ein voll dokumentierter Klassiker – und einer der interessantesten Gin-Drinks überhaupt.


Herkunft


Der Pegu Club war der Signature-Drink des gleichnamigen Clubs in Burma. Der Club lag kurz außerhalb von Rangun, war nach dem burmesischen Fluss Pegu benannt, und seine Mitglieder waren britische Regierungsbeamte, hohe Militärs und einflussreiche Geschäftsleute. Der Drink stammt also aus dem britischen Kolonialbetrieb – ein Kontext, der beim Schreiben über ihn schwer wegzulassen ist.


Erstmals gedruckt erschien der Cocktail in Harry MacElhones „ABC of Mixing Cocktails" von 1923 – wobei die Datierung je nach Quelle zwischen 1922 und 1923 schwankt und teils auch „Barflies and Cocktails" genannt wird. Ich würde im Text „Anfang der 1920er-Jahre" schreiben und die Frage offenlassen.


Die eigentliche Verbreitung brachte Harry Craddocks „The Savoy Cocktail Book" (1930). Craddock notierte dort, der Drink sei der Lieblingscocktail im Pegu Club in Burma und werde inzwischen weltweit bestellt – eine Bemerkung, die ihm den Ruf eines internationalen Klassikers sicherte.


Die historische Rezeptur


Craddocks Fassung von 1930:



Kräftig schütteln, in ein Cocktailglas abseihen.


Der entscheidende Fallstrick: welcher Limettensaft?


Das ist der Punkt, an dem die meisten Texte über diesen Drink ungenau werden – und der wichtigste, den du kennen solltest:


Das Originalrezept verwendete konservierten Limettensaft, nicht frischen. Spätere Cocktailbücher wie das Savoy Cocktail Book ließen den Markennamen „Rose's" bei der Angabe des Limettensafts weg. Wann Bartender begannen, frischen Limettensaft zu verwenden, ist wegen dieser Unklarheit nicht nachvollziehbar.


Das erklärt, warum die historische Menge so klein wirkt: Ein Teelöffel Rose's Lime Cordial – ein gesüßter, konservierter Sirup – ist etwas völlig anderes als ein Teelöffel frisch gepresster Limettensaft. Wer das alte Rezept mit frischem Saft nachbaut, bekommt einen deutlich süßeren und flacheren Drink als beabsichtigt.


Die moderne Spezifikation


Heutige Barbücher arbeiten mit frischem Saft und entsprechend mehr davon:



Mit Eis schütteln, in ein gekühltes Cocktailglas abseihen, mit einer Limetten- oder Orangenzeste garnieren.

Das ist im Kern ein Gin-Sour mit Curaçao statt Zuckersirup – strukturell nah am Sidecar oder am Margarita-Prinzip. Manche Bartender geben zusätzlich einen Barlöffel Zuckersirup dazu, weil trockener Curaçao die Säure nicht vollständig ausgleicht; das ist Geschmackssache und hängt stark vom verwendeten Likör ab. Pierre Ferrand Dry Curaçao ist deutlich trockener als ein süßer Standard-Triple-Sec.


Charakter


Trocken, zitrisch, mit einer bitteren Kante von den beiden Bitters-Sorten. Interessant ist ein Effekt, den mehrere Quellen beschreiben: Die Kombination aus Limette, Orangenlikör und Bitters erzeugt eine Anmutung, die an Grapefruit erinnert, obwohl keine im Drink ist. Manche Bars garnieren deshalb mit Grapefruitzeste statt mit Limette.

Der Gin muss kräftig sein – ein wacholderbetonter London Dry hält gegen Likör, Säure und Bitters stand; ein sehr milder, floraler Gin verschwindet.


Das Nachleben


2005 eröffnete in New York eine Bar namens Pegu Club, benannt nach dem kolonialen Club und seinem Signature-Drink. Audrey Saunders war der kreative Kopf dahinter; die Bar bestand von 2005 bis 2020 und gehörte zu den einflussreichsten der USA. Sie gilt als Wegbereiterin der Craft-Cocktail-Bewegung, und Saunders' eigene Kreationen wie der Old Cuban und der Gin-Gin Mule werden heute selbst als Klassiker geführt.


Im Frühjahr 2020 gab Saunders bekannt, dass die Bar nicht wieder öffnen werde – kurz vor dem geplanten 15. Jubiläum, an einer Kombination aus auslaufendem Mietvertrag und dem pandemiebedingten Shutdown gescheitert.

Dass ein fast vergessener Kolonialdrink einer der prägendsten Bars des 21. Jahrhunderts den Namen gab, ist der Grund, warum der Pegu Club heute wieder auf ambitionierten Karten steht.