Orange Oasis
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Sours & Highballs

Orange Oasis

Orange Oasis Ein Gin-Longdrink, der in Rezeptdatenbanken ohne Herkunftsangabe steht – bei dem sich aber beim…

fruchtigsüßbitterherbkräftigstark
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Dauer2 Min.
NiveauEinfach
GlasCoupe
Alkohol~22%
Portionen:
1 Glas
Einheit:

Zutatenliste

berechnet für 1 Glas
Gin
Pro ChoiceTanqueray No. Ten
5 cl

Benötigtes Bar-Equipment

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Zubereitungsschritte

Methode: Geschüttelt (Shaken)
1

Brandy, Gin und Orangensaft mit Eis schütteln und in ein Highball-Glas über Eiswürfel abseihen. Mit Ginger Ale füllen, umrühren und servieren.

Bar-Tipps

Profi-Tipp vom Barkeeper

"Spare niemals am Eis — mehr Eis bedeutet weniger Schmelzwasser und ein länger kaltes Getränk."

Häufiger Fehler

Zu kurz oder zu zaghaft schütteln. Der Drink ist dann weder ausreichend gekühlt noch richtig verdünnt und schmeckt scharf.

Geschmacksprofil & Sensorik

Fruchtig1/5
Sauer / Frisch1/5
Süßlich1/5
Bitter / Herb3/5
Kräftig / Boozy4/5

Orange Oasis


Ein Gin-Longdrink, der in Rezeptdatenbanken ohne Herkunftsangabe steht – bei dem sich aber beim Nachschlagen eine interessante Verbindung auftut.


Das Rezept



Zubereitung: Gin, Cherry Brandy und Orangensaft mit Eis schütteln, in ein mit Eiswürfeln gefülltes Highball-Glas abseihen, mit Ginger Ale auffüllen und umrühren.


Zu den Mengen gibt es zwei konkurrierende Fassungen:


GinCherry BrandyOrangensaftDatenbank-Version4,5 cl1,5 cl12 clAbsolut-Version1 Teil½ Teil½ Teil

Das sind sehr unterschiedliche Drinks. Die erste ist saftbetont – ein Longdrink, bei dem der Orangensaft die Hauptrolle spielt. Die zweite ist spirituosenbetont, mit dem Saft als Modifikator. Ich würde zur ersten tendieren, weil sie zum Ginger-Ale-Aufguss und zum Highball-Format passt, aber verbindlich ist das nicht.


Achtung bei „Cherry Brandy"


Dieselbe Übersetzungsfalle wie beim Paradise und beim Oatmeal Cookie:


Cherry Brandy" ist kein Kirschwasser. Gemeint ist ein süßer Kirschlikör – Cherry Heering, Bols Cherry Brandy oder vergleichbare Produkte, typischerweise um die 24 % vol. Wer echten Kirschbrand nimmt, bekommt einen völlig anderen, deutlich schärferen Drink ohne die Süße, die das Rezept einkalkuliert.


Die vermutliche Verwandtschaft


Bemerkenswert: Es gibt einen dokumentierten Klassiker mit exakt derselben Zutatenliste – den Desert Healer. Der Desert Healer besteht aus frischem Orangensaft, Gin, Cherry Brandy und Ginger Beer und erscheint im Savoy Cocktail Book; in „The Art of Mixing" von 1932 ist das Ginger Beer durch Ginger Ale ersetzt. Damit ist die Rezeptur identisch mit dem Orange Oasis.

Und der Desert Healer hat eine Entstehungsgeschichte, die sich für einen Text lohnt: Das Rezept stammt aus der Mitte der 1920er-Jahre. Harry MacElhone, Inhaber von Harry's New York Bar in Paris, hatte sich zwei Gästen gegenüber beklagt, ihm gingen für ein geplantes Cocktailbuch die Rezepte aus. Die beiden Gäste – Sir Rupert Stanley Harrington Grayson und F. Scott Fitzgerald – nahmen es daraufhin auf sich, ihm auf der Stelle einen Drink zu erfinden. Nach einem langen Abend voller Experimente entstand ein Getränk, das sie „Desert Healer" tauften. MacElhone druckte das Rezept 1927 tatsächlich in „Barflies and Cocktails" ab – schrieb es dort allerdings allein Grayson zu.


Das Originalrezept lautete: Saft einer Orange, ein Glas Gin, ein halbes Glas Cherry Brandy Fockink, gut geschüttelt, in einen großen Tumbler abgeseiht und mit Ginger Beer aufgefüllt. Die Markenangabe „Fockink" – ein niederländisches Likörhaus – bestätigt nebenbei den Punkt oben: Gemeint war ein Likör, kein Brand.


Wichtige Einschränkung: Ich habe keine Quelle gefunden, die den Orange Oasis ausdrücklich vom Desert Healer ableitet. Die Übereinstimmung der Zutaten, die verwandte Wüsten-Bildsprache im Namen und der dokumentierte Wechsel von Ginger Beer zu Ginger Ale machen es plausibel, dass es sich um denselben Drink unter anderem Namen handelt – belegt ist es nicht. Wenn du beides in deiner Sammlung führst, würde ich es als Vermutung formulieren und beide Einträge verlinken.


Praktischer Unterschied: Ginger Ale oder Ginger Beer?


Kein Detail, sondern eine Geschmacksentscheidung. Ginger Ale ist mild, süß und zurückhaltend – es verlängert den Drink, ohne ihn zu prägen. Ginger Beer ist deutlich schärfer und ingwerlastiger und stellt sich gegen die Süße von Kirschlikör und Orangensaft. Für die saftbetonte Version mit 12 cl Orangensaft würde ich Ginger Beer bevorzugen, sonst wird der Drink sehr süß.


Charakter


Fruchtig und mild, mit einer leichten Ingwerschärfe im Abgang. Der Kirschlikör gibt dem Orangensaft Tiefe und eine dunklere Fruchtnote; der Gin liefert das wacholderige Rückgrat, verschwindet in der saftbetonten Version aber weitgehend. Ein unkomplizierter Aperitif-Longdrink, der auch mit gutem Orangensaft aus dem Supermarkt funktioniert – frisch gepresst ist trotzdem besser, weil weniger süß.